Mein iPhone musste für eine Woche zur Reparatur. Ich war auf mein Ersatzhandy angewiesen – ein altes Modell ohne Internetfunktion und ohne Apps. Es war eine ungewohnte Situation, in einem Zeitalter, in dem die Menschen dauerhaft erreichbar und überall online sind.
Der erste Tag war problematisch. Normalerweise beschäftigte ich mich gerne in S-Bahn oder Bus mit meinem Smartphone, um zum Beispiel meine Facebook-Nachrichten zu überprüfen. In Pausen schaute ich gerne meine E-Mails nach und überprüfte die Twitter-Meldungen. Ohne diese Möglichkeit fühlte ich mich schlecht informiert.
Aber muss dieser ständige, kurze Blick auf das Handy eigentlich sein? Diese Frage habe ich mir nach den ersten drei Tagen gestellt. Oftmals lenken wir uns schließlich damit von anderen, als langweilig empfundenen Dingen, ab. Doch wer im Café sitzt und einfach mal aus den Fenstern schaut wird feststellen, dass das völlig reicht. In diesem Moment brauche ich keine Statusmeldung eines Bekannten, in der mir von dem Geschmack des Mittagessens berichtet wird.
Doch in anderen Situationen kann ein Smartphone wiederum auch sehr nützlich sein. Und dann ist man froh, wenn man gerade eins zur Hand hat. Zu dieser Erkenntnis kam ich am sechsten Tag. Ich hatte eine Autopanne und wollte direkt zur nächsten Werkstatt fahren. Eine Telefonnummer hatte ich nicht parat, Bekannte von mir habe ich nicht erreicht. Ich wusste: Wenn ich jetzt dieses iPhone bei mir gehabt hätte, wäre einiges einfacher gelaufen. Und genau darum geht es ja bei den ganzen Smartphones: Uns den Alltag zu vereinfachen.
Nach sieben Tagen hatte ich mein iPhone wieder. Mein Nutzungsverhalten hat sich seitdem ein wenig verändert.




